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Volle Fahrt voraus: Das MeineReha®-System auf dem Weg in den Feldtest | © Fraunhofer FOKUS

Klinische ReMove-It-Studie mit Beteiligung von drei Rehakliniken gestartet

News vom 1. Aug. 2016

Nach der einjährigen Entwicklungsphase eines interaktiven Trainingsprogramms zur Bewegungstherapie für die Rehabilitation nach Intervention an der unteren Extremität erfolgte im August der Studienstart für den Nachweis der Wirksamkeit des telemedizinischen Assistenzsystems MeineReha®. Hierfür wurde gemeinsam mit den Sport- und Physiotherapeuten der beteiligten Kliniken sowie den Sportwissenschaftlern der Universität Potsdam ein Übungskatalog mit 38 Übungen zur Kräftigung, Beweglichkeit und Koordination für die häusliche Anwendung nach Einsatz einer Knie- oder Hüfttotalendoprothese (TEP) konzipiert und abschließend implementiert.

„Wir hoffen, mit dem System den Reha-Erfolg der Patienten nachhaltig verbessern zu können, dies vor allem im ländlichen Raum. Ziel der Untersuchung ist, die Mobilität, die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität der Patienten zu steigern und ihnen somit die Rückkehr in den Beruf zu erleichtern.“, sagt Prof. Völler, Leiter der Professur für Rehabilitationswissenschaften an der Universität Potsdam.

An der Entwicklung beteiligten sich die MEDIAN Klinik Hoppegarten, die Brandenburgklinik Bernau und das Reha-Zentrum Lübben. Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird das Projekt durch die Professur für Rehabilitationswissenschaften und die Professur für Sportmedizin und Sportorthopädie an der Universität Potsdam. Die Förderung erfolgt durch die Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg.

Nach einer Anforderungsanalyse zielgruppenspezifischer Therapieelemente und der Auswahl evidenzbasierter Übungen durch die Universität Potsdam implementierte das Fraunhofer FOKUS die Übungen auf seiner Telerehabilitationsplattform MeineReha®. Hierfür wurden die bestehenden Erkennungsalgorithmen zur Bewegungsbewertung und Feedbackgebung an den Trainierenden weiter optimiert und neue Visualisierungsformen zur Rückmeldung während des Trainings umgesetzt. Auch die Arbeitsumgebung für Ärzte und Therapeuten zur Fernbetreuung der Patienten erhielt ein völlig neues Gesicht und wurde grundlegend überarbeitet, damit Ärzte und Therapeuten auf einfache Weise einen guten Überblick über den Therapieverlauf der Patienten erhalten können.

„Für uns als Fraunhofer FOKUS ist das Projekt ein weiterer Schritt in Richtung Anerkennung als Medizinprodukt. Als wir vor acht Jahren mit unseren Arbeiten im Bereich Telerehabilitation starteten, war unser erklärtes Ziel, das System MeineReha® langfristig zu betreiben und evtl. irgendwann in die Struktur des Gesundheitswesens zu integrieren. Wir haben in den letzten Monaten dafür unser Bestes getan und sind nun gespannt auf die Ergebnisse der klinischen Studie.“, sagt Dr. Michael John, Projektleiter von MeineReha® und stv. Leiter des Innovationszentrums für Telehealth Technologies am FOKUS.

Ab August 2016 werden in den drei teilnehmenden Rehabilitationskliniken insgesamt 110 Patienten an der Studie teilnehmen. Eine Hälfte der Patienten trainiert dabei im Anschluss an die stationäre Rehabilitation für drei Monate über die telemedizinisch assistierte Bewegungstherapie, die andere betreibt ein eigenverantwortliches Nachsorgeprogramm auf Basis der Entlassungsempfehlungen. Um die Wirksamkeit der telemedizinischen Trainingsintervention untersuchen zu können, werden die körperliche Leistungsfähigkeit, die Funktion der unteren Extremität, die Lebensqualität und die berufliche Wiedereingliederung der Patienten mittels wissenschaftlich fundierter Tests in der Universität Potsdam gemessen und die Gruppen dahingehend verglichen. Ein Ergebnis der Studie ist Anfang 2018 zu erwarten.